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Österreichischer Musikrat

Ergebnis der SOS-Musikland-Initiative für mehr österr. Musik: ORF-Radios planen 30% Anteil österreichischer Musik bis 2011

Kurz vor Weihnachten haben Vertreter der „Initiative SOS-Musikland“ und des ORF in einer gemeinsamen Erklärung eine Ausweitung und Intensivierung der Zusammenarbeit vereinbart. Der ORF wird den Anteil an österreichischer Musik in seinen Programmen bis 2011 schrittweise weiter erhöhen. Ziel ist ein durchschnittlicher Anteil von rd. 30% in den 3 nationalen und 9 regionalen ORF Radios insgesamt. Dies steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Erklärung von ORF und Musikschaffenden.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Der ORF trägt zentrale Verantwortung für die kulturelle Produktion in Österreich und nimmt diese sehr ernst. Österreichische Musik ist unverzichtbarer Bestandteil seiner Programme in Radio und Fernsehen. Mit der vorliegenden Vereinbarung bekennt sich der ORF einmal mehr zu dieser Verantwortung und wird seine Funktion als Plattform für österreichische Kultur in noch höherem Ausmaß wahrnehmen können.“

Der Vorsitzende der Plattform SOS-Musikland, Hannes Eder, dazu: „Seit langer Zeit wünschen die Musikwirtschaft und die Musikschaffenden ein deutlicheres Bekenntnis des Österreichischen Rundfunks zur österreichischen Musik. Dass letztlich die Parlamentarische Musikenquete , die zuletzt ergebnisorientierten Verhandlungen mit dem ORF, aber auch das konstruktive und vom gemeinsamen Ziel getragene Verhandlungsklima innerhalb der Verbände der Musikwirtschaft zu künftig nahezu einem Drittel österreichischer Musik im ORF Rundfunk geführt hat, ist ein Weihnachtspaket der besonderen Art und wir hoffen auf den Beginn einer neuen Ära vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Rundfunk. Österreichische Musik verdient, gehört zu werden! Das gute Verhandlungsergebnis wird ein Gewinn für beide Partner sein und in der Zukunft wohl auch Raum für weitere inhaltliche qualitative Weiterentwicklung geben!“

Die vorliegende Erklärung ist das Ergebnis eines mit der Parlamentarischen Enquete zum Thema "Zukunftsmusik – aktuelle Herausforderungen und musikalische Entwicklungsperspektiven in Österreich" im Jahr 2008 begonnenen Diskussionsprozesses zwischen dem ORF und den österreichischen Musikschaffenden.

Die angestrebte Steigerung des Anteils österreichischer Musik auf 30 % bezieht sich jeweils auf die Gesamtheit der Radioprogramme des ORF, also die 3 nationalen und die 9 regionalen Radioprogramme, in einem Kalenderjahr mit einer Schwankungsbreite von 1,5%-Punkten. Der ORF wird darüber hinaus den Anteil österreichischer Musik auf Ö3 und Radio Wien um 2 Prozentpunkte pro Jahr gegenüber 2008 bis 2011 steigern und zusätzlich den Österreichischen Musikfonds mit einem Betrag von jährlich 100.000,- Euro fördern und damit an der Förderung österreichischer Musikproduktion partizipieren. Weiters sieht die Vereinbarung die Schaffung eines paritätisch besetzten Dialoggremiums vor, das die Entwicklung des Musikmarktes beobachtet und als Kommunikationsplattform zwischen ORF und den Österreichischen Musikschaffenden dient.

Die Einigung zwischen ORF und SOS-Musikland ist vielleicht nicht ganz das, was der ÖKB sich erwartet hat, doch auf jeden Fall ein erster Schritt in die richtige Richtung. Abzuwarten bleibt, wie sich diese Steigerung des Österreichanteils auf die UrheberInnen auswirken wird, da der ORF bekanntlich auch Musik mit österreichischen InterpretInnen in den Musikanteil mit einbezieht. Den oben genannten 24% stehen die 14% Urheberanteil laut AKM Statistik gegenüber: das heißt der Urheberanteil sollte – den Schätzungen des ÖKB zufolge – wohl von heutigen ca. 14% auf ca. 18% bis 19% ansteigen.

Links:
www.sos-musikland.at
www.orf.at